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Letztes Update: 04.12.2020 18:15

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Eine Ausnahmesituation im Hostel

Ein Update zum Betrieb in Lollis Homestay Hostel: Wir alle sind mit einer bisher nie dagewesenen Situation konfrontiert und mussten auch unseren regulären Betrieb in einen "Sparflammenbetrieb" umstellen. Vor 10 Tagen hat sich unsere Hostelfamilie fast geschlossen getroffen und wir mussten gemeinsam einer harten Realität ins Auge sehen.


Die meisten Mitarbeiter wurden im gemeinsamen Konsens in die Kurzarbeit geschickt, einige wenige mussten uns komplett verlassen. Dies traf vor allem diejenigen, die sowieso aufgrund eines erhöhten Studienpensums oder Abschlussarbeiten bei uns aufgehört hätten. Bei anderen hoffen wir, sie schnellstmöglich wieder einstellen zu können. Für unsere neuesten zwei MitarbeiterInnen muss es sich nach dem Abschluss der regulären Einarbeitung an der Rezeption für die neue Saison komisch angefühlt haben, gleich "beurlaubt" zu werden. Wer weiß, wann oder ob sie ihren ersten regulären Dienst antreten können. Und auch unser Hostel- Vater Martin musste sich nun umstellen: Vom Büro aus, hält er die Stellung im Hostel, reinigt für die wenigen verbliebenen Gäste die Räumlichkeiten oder kümmert sich um den großen Haufen neuen Papierkram der beispielsweise mit der Kurzarbeiter- Anstellung einhergeht.

Wir konnten uns wenigstens alle noch einmal gemeinsam sehen, auch wenn wir versucht haben uns nicht gegenseitig anzuweinen oder zu umarmen. Immerhin konnten wir so nochmal ein nicht abstandgerechtes Abschiedsfoto machen ;)

Der erste Schock konnte sich setzen und mit ein bisschen Abstand lässt sich jetzt auch endlich darüber schreiben :)

Die Pandemie hat das internationale Hostelgewerbe ziemlich hart getroffen. Viele Reisewege sind nicht mehr passierbar, Flugverbindungen wurden bis auf Weiteres eingestellt. Wir hatten im Laufe unseres fast 20- jährigen Hostelbestehens schon viele Herausforderungen meistern müssen, aber diese Situation bringt auch uns an die Belastbarkeitsgrenze.

Wir mussten unseren regulären Betrieb einstellen, da ein großteil der Buchungen selbstverständlich nach und nach storniert worden ist. Im Angesicht der außergewöhnlichen Situation natürlich zu Recht.

Wir selbst sind immer unabhängig gewesen und gehören nicht zu einer Kette, wir sind also finanziell auf uns alleine gestellt. In Kleinunternehmen können keine größeren Rücklagen aufgebaut werden, da Einnahmen meistens sofort wieder in den Betrieb reinvestiert werden (Instanderhaltungskosten, Miete, Lohnzahlungen oder laufende Kosten wie zum Beispiel GEMA). Ebenso ist unser Übernachtungsbetrieb von jeher auf jüngeres und daher einkommensschwächeres Publikum eingestellt gewesen. Unsere Gewinnmargen sind daher geringer, als beispielsweise in der Hotelerie.

Nachdem wir über den Winter, wie üblich in der Nebensaison, die Ruhe genutzt haben für Renovierungen unserer Zimmer oder extra Arbeitsstunden für den Grund- und Frühjahrsputz investiert haben oder in die Ausbildung neuer MitarbeiterInnen, ist nun wie bei vielen anderen im Gastgewerbe auch, kein größeres Finanzpolster mehr da. Die laufenden Kosten knabbern zudem an den ohnehin schon viel geringeren Einnahmen in der Nebensaison, und tun es nun natürlich gerade jetzt in einer noch nie dagewesenen Form. An einen teuren Kredit zu denken, erst recht wenn keiner weiss wann oder ob und wie unsere Zielgruppen in Zukunft wieder reisen werden, ist irgendwie auch keine Lösung.

Die meisten Buchungen konnten von uns oder durch unsere Gäste rechtzeitig kostenlos storniert werden. Der langersehnte Einnahmeschwung zu Beginn der Hauptsaison Anfang Frühjahr tritt nun erst einmal nicht ein. Und keiner weiss, wie lange unser Betrieb noch im Sparflammenbetrieb laufen kann. Selbst wenn wir irgendwann wieder regulär öffnen dürfen, ist es wahrscheinlich, dass sich nach einem längeren Ausnahmezustand das Reiseverhalten von Touristen ändern wird oder zweite Covid 19- Ausbruchswellen den Reisestrom unvorhersehbar machen werden. Nichts scheint mehr sicher.

Sicher allerdings ist, und jetzt kommen wir wieder zu etwas, was sich sehr wohl jetzt schon vorraussagen lässt, dass für uns als Mitarbeiter des Lollis Homestay Hostels, das letzte Wort noch nicht gesprochen ist. Wir halten immernoch digital miteinander Kontakt und kümmern uns so gut wie es eben vom Sofa aus geht umeinander. Wir möchten so schnell wie möglich als Lollis- Familie wieder zusammen sein. Wir vermissen uns gegenseitig... und unsere Gäste... und das Hostel... und das früh Kaffee trinken... und die Gespräche... und überhaupt alles!

Und ein großes Danke auch an den Herbergsvater Martin, unseren Hostelmanager, der für uns die Stellung im Lollis Homestay Hostel hält und uns schonend und rücksichtsvoll in die Geschehnisse einbezogen hat.

Hier ein wenig gestelltes Foto von jetzt Lollis letztem verbliebenen Mitarbeiter Martin während der Pandemie Zeit (welcher übrigens auch Lollis erster Angestellter war!!). Martin ist allerdings im "Lollishomeoffice" und weniger an der Rezeption. Wer in Kontakt mit uns treten möchte, kann uns weiterhin telefonisch erreichen (während der Bürozeiten von circa 10:00 bis 15:00) oder uns eine E- Mail schreiben.

Außerdem könnt ihr uns mit eurer Unterschrift direkt unterstützen:

https://www.openpetition.de/petition/online/sofortige-gesetzliche-aussetzung-von-gewerbemieten-und-dauerschuldverhaeltnissen

https://www.change.org/p/covid-19-finanzielle-soforthilfe-f%C3%BCr-gastronomien-und-hotels

Wir werden euch weiter auf dem Laufenden halten, was das Lollis Homestay Hostel betrifft. Wir wünschen allen viel Mut und Kraft! Seid solidarisch!

Es grüßt euch herzlichst, eure Jule

29.03.2020, 11:50 @ Juliane
Kategorien: Politik · Neuigkeiten · Hostel · Gäste // Schlagworte: Gewerbe in der Pandemie · Covid 19 Sonderbetrieb Hostels · Lollis Homestay Hostel · Hostels in Dresden · Öffnungszeiten Hostels Dresden · Übernachtungen in Dresden während Corona · Petition gegen Ladensterben · Gewerbe Dresden Neustadt Corona · Tourismus in Dresden während Corona · Neuigkeiten Lollis Homestay Corona