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Letztes Update: 14.12.2019 20:15

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Wandern in der Böhmischen Schweiz- das Prebischtor

Immer wieder werde ich gefragt, wo man denn jetzt am Besten wandern gehen sollte, was sich am "meisten lohnen würde", "wo es denn am schönsten sei". Ich stelle darauf immer eine Gegenfrage: "Warst du schon mal im Elbsandsteingebirge?", denn wer noch nie da war, wird so oder so begeistert sein... denn alle Wege haben ihren Reiz, sie führen eigentlich immer an spektakulären Aussichten vorbei, bieten schöne Picknickplätze und ausreichend Erholung.


Wanderung zum Prebischtor

Nicht nur auf der sächsischen Seite gibt es ein gigantisches Netz an ausgebauten Wanderwegen, sondern auch hinter der Ländergrenze in der Böhmischen Schweiz (geht nahtlos in die Sächsische Schweiz über). Die Böhmische Schweiz ist erst seit 2010 ein Nationalpark. Zusammen mit dem sächsischen Teil bilden beide Nationalparks das Elbsandsteingebirge.

Wunderschöne Aussichten bieten sich überall im Elbsandsteingebirge. Foto: Leon Pellegrin

Immer wieder werde ich gefragt, wo man denn jetzt am Besten wandern gehen sollte, was sich am "meisten lohnen würde", "wo es denn am schönsten sei". Ich stelle darauf immer eine Gegenfrage: "Warst du schon mal im Elbsandsteingebirge?", denn wer noch nie da war, wird so oder so begeistert sein... denn alle Wege haben ihren Reiz, sie führen eigentlich immer an spektakulären Aussichten vorbei, bieten schöne Picknickplätze und ausreichend Erholung.

Aber wenn ich denn schon etwas empfehlen muss, dann ist es (unter anderem) eine Wanderung zum Prebischtor, ein natürlich aus Sandstein geformtes Felsentor, welches auch als Nationalparksymbol für die Böhmische Schweiz gilt, weil es das größte Felsentor im gesamten Nationalpark ist.

Ich empfehle diese Wanderung nicht wegen dem schon spektakulären Felsentor, sondern weil es eine abwechslungsreiche Tour per Boot/ Zug und Fuss bedeutet, welche ich euch heute gerne zeigen möchte.

Das größte Felsentor des Nationalparks. Quelle: Pixabay, Ronile

Von Dresden kommt man supergut mit dem Zug hin. Der fährt regelmäßig und man ist unabhängig, weil er eigentlich immer fährt. Nach einer guten Stunde kommt man zur Grenze. Man setzt ganz unkompliziert mit der Fähre über und schon ist man in Hrensko an dem wunderschönen, sauberen Flüsschen, der "Kamenice". Hier wandern sogar wieder Lachse zum Laichen her, den ganzen Weg aus der Nordsee. Wahnsinn oder?

Nun wandert man eigentlich immer die Kamenice entlang bis man zur ersten Klamm kommt, der Edmundsklamm. Hier sollte man unbedingt einsteigen (man kann aber auch weiter wandern am Wanderweg neben dem Flüsschen, ansonsten 3,50 € pro Fahrt).

Beeindruckende Felswände an der Klamm. Foto: Leon Pellegrin

Nach dieser spektakulären Bootsfahrt kommt man dann überraschenderweise an einen zweiten Bootssteg (siehe Wanderkarte weiter unten), nun ist man an der "Wilden Klamm" (2,50 € pro Fahrt) angekommen, welche auch ein oder zwei kleinere Überraschungen bietet, die ich hier jetzt nicht verraten möchte.

Danach folgt man eigentlich nur noch der Karte und kommt dann in einem großen Bogen zum größten Felsentor des Elbsandsteingebirges. Wunderschön beeindruckend schmiegt es sich in die Landschaft, leider ist es umzäunt und man verlangt circa 3 € Eintritt (von 9:00 bis 18:00). Man kann aber von aussen auch kucken, wer nicht reingehen möchte.

Am Ende läuft man wieder zurück zum Ausgangsort Hrensko, wo man sich noch ein gutes "Pivo" (Pilsener natürlich) gönnen darf.

Wie lang brauche ich für diese Wanderung?

Für die Wanderung solltest du einen ganzen Tag einplanen. Wer schon zu spät ist und erst nachmittags in der Böhmischen Schweiz ankommt, der beachte bitte nur die letzte Fährfahrt (einzusehen am Fahrplan direkt an der Elbe vor Ort), denn man sollte ja auch wieder nach Hause kommen. Die letzten Boote in der Klamm fahren 17:00.

Wer unbedingt spontan abkürzen muss, kann das über das verschlafene Dorf "Mezná" tun. Der Abzweig vom Hauptwanderweg kommt dann linkerhand nach der "Edmundsklamm", weiter dann den "Mühlenweg" entlang in einer schönen Runde zurück nach Hrensko. Dann sieht man zwar das Prebischtor nicht mehr, hat aber eine Bootsfahrt gemacht und geht auch sonst einen sehr schönen, viel kürzeren Wanderweg durch das Kamenicer Tal.

Wenn ich ein Lachs wäre, würde ich auch hierher "zurückkommen". Foto: Leon Pellegrin

Anfahrt

  • generell empfehle ich mit dem Zug zu fahren, der fährt sowieso hin, wieso also noch das Auto bemühen? Ausserdem ist man mit dem Zug flexibler, man kann ein- und aussteigen, wo man möchte und ist weniger ortsgebunden. Mal abgesehen, dass man ja in einen Nationalpark fährt, um dessen Schönheit zu bewundern (wo man ja nicht viel zu beiträgt, fährt man noch mit dem Benziner hin). Ausserdem ist die Zugfahrt alleine schon wunderschön, wenn man sich die Zeit nimmt, mal aus dem Fenster zu schauen.
  • vom "Dresdner Hauptbahnhof", "Haltepunkt Bischofsweg" oder "Bahnhof Neustadt" mit der S1-Bahn Richtung "Schöna" (stündlich im Winter, halbstündlich im Sommertakt) bis zur Endstation "Schöna" (circa 60 Minuten)
  • dann nimmt man die Fähre von "Schöna" nach "Hrensko" und überquert somit die Tschechisch- Deutsche Grenze (Ticket 2 €, bitte genug Kleingeld mitnehmen).
  • Ticket: Einzelfahrt 6,40 € pro Person oder man nimmt sich gleich ein Tagesticket für 14 €, Familientageskarte für 2 Erwachsene kostet nur 20 €, noch billiger gehts mit dem Gruppentageskarte für 29,50 €, welches sich dann schon für 3 bis 5 Personen eignet (VVO Verbundraumticket).

Was ist sonst noch zu beachten?

Naturschutz ist mir schon immer wichtig gewesen. Da tut es jetzt auch keinen Abbruch nochmal auf wichtige Dinge hinzuweisen. Im schlimmsten Falle, endet ein Fehlverhalten im Nationalpark mit einer hohen Geldbuße oder Schlimmeren, so wie letztes Jahr, wo in der Kernzone bei extremer Dürre geraucht/gekocht wurde und der Wald gebrannt hat. Immer wieder unter-/ überschätzen sich die Leute, so ein Schaden ist schnell angerichtet, auch wenn man es nicht bemerkt. Nationalparkranger treffe ich in letzter Zeit häufiger an, was sicherlich auch mit der immer steigenden Popularität des Nationalparks in den letzten zwei, drei Jahren zu tun hat.

  • es sollte selbstverständlich sein im Naturschutzgebiet oder in den Kernzonen kein Feuer zu machen, ist es leider aber nicht. Immer wieder sehe ich rauchende Menschen, die ich dann freundlich darauf hinweise. Ich bin kein Rauchfeind, aber der Wald ist sehr anfällig (gerade in den immer häufiger vorkommenden Dürreperioden), zuviel kann verloren gehen.
  • Beim Wandern habe ich immer eine extra Mülltüte mit, weil es öfters mal Menschen gibt, die ihre Verpackungen "verlieren", ich sehe ein, dass das passieren kann, soll es aber nicht. Ist auch nicht schwer, mitgebrachten Müll entsorgt man am besten zu Hause, wo das Mülltrennen eh besser geht. Schwer zu tragen ist das auch nicht. So habe ich das schon als Kind immer gemacht.
  • Bitte nutzt wenn möglich die Toiletten in den umliegenden Dörfern, Restaurants oder öffentlichen Toiletten. Tissue- Papier verottet nicht so leicht, überall sieht man Reste auf dem Wegesrand, das trübt die Wanderstimmung und schädigt auch zusätzlich noch die Umwelt.
  • In der Kernzone sollte man die Wege nicht verlassen, auch nicht um mal schnell ein Foto zu machen, man läuft eventuell auf seltene Pflanzen- oder Pilzarten, die ja eigentlich dort geschützt werden sollten und die sonst auch nicht mehr viele Ausweichgebiete haben
Mein Wanderschnipsel, den ich auf dem Boot bekommen habe. Foto: Juliane Schäfer

An Ausrüstung braucht es nicht viel: genügend Wasser (gerade an sehr heißen Tagen), Kopfschutz, evt. Sonnencreme, etwas zu Essen für unterwegs und schon kann es los gehen. Eine Wanderkarte ist toll, muss aber nicht sein: Die Eintrittskarte der Edmundsklamm hat eine süße ausreichende "Übersichtszeichnung" der Wanderwege und Wanderzeiten, sodass man nicht verloren gehen kann. Festes Schuhwerk ist nur bei schlechtem Wetter vonnöten, ansonsten reichen auch Sportschuhe oder anderes bequemes Schuhwerk.

Desweiteren sollte man Bargeld mitnehmen (Fährfahrten, Klammfahrten, evt. Gulasch- Essen in Hrensko). Euro sind ausreichend und werden akzeptiert. Für eventuelle Kontrollen, sollte man auch einen Reisepass oder Personalausweis mit sich führen (das habe ich allerdings noch nie erlebt seit Schengen, aber es gibt wohl vereinzelt Kontrollen).

18.09.2019, 18:00 @ Jule
Kategorien: Aktivitäten // Schlagworte: Elbsandsteingebirge · Labe · Elbe · Böhmische Schweiz · Sächsische Schweiz · Tagestouren im Elbsandsteingebirge · Wanderungen in der Böhmischen Schweiz · Mezná · Kamenice · Prebischtor · Pravcická brána · Edmundsklamm · Wilde Klamm · Ausflüge von Dresden aus · Nationalpark Touren von Dresden aus · Wandern in Sachsen · Wandern in Böhmen · Bootfahren in Ostdeutschland · Tagesausflug Dresden