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Letztes Update: 05.07.2020 01:30

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ُWanderung zum Kuhstall und Schrammtor- Nationalpark Sächsische Schweiz

Die Wintermonate eignen sich hervorragend für einen Besuch: Weniger Tagestouristen, Ruhe und spektakuläre Lichtverhältnisse für deine Erinnerungsfotos, die man so im Sommer nicht hat. Die Temperaturen sind bei gutem Schuhwerk und wetterfester Kleidung ideal zum Wandern. Ich kann daher eine Wanderung zum Jahresanfang nur empfehlen.


Wandertour Kuhstall / Schrammtor

(circa 20 km, Dauer circa 6 Stunden)

Wanderkartenausschnitt meiner Sächsisch- Böhmischen Schweiz Wanderkarte, Sachsen Kartographie, Karte erhältlich in Dresdner Buchläden, Foto: Juliane Schäfer
Bad Schandau - Lichtenhainer Wasserfall - Kuhstall (roter Punkt) - Zyklopenmauer (rote Wegmarkierung) Fremdenweg (Teil des Malerweges, roter Punkt) - Dietrichsgrund - hinterer Heideweg - Königsweg - Unterer Affensteinweg (Malerweg, grüner Punkt) - Zeughausweg - Wenzelweg (grüne Wegmarkierung) - Elbleitenweg (Malerweg, grüner Punkt) - Schrammtor (blaue Wegmarkierung) - obriger Steig (gelbe Wegmarkierung) - Postelwitz (Sieben Brüder Häuser, gelbe Wegmarkierung) - Bad Schandau

An dieser Stelle möchte ich euch diesmal eine Tagestour durch das Elbsandsteingebirge vorstellen, welche am bekannten zweitgrößten Felsentor des Nationalparks Sächsische/Böhmische Schweiz vorbeiführt. Wir gehen über den Kuhstall nördlich an den wilden Affen- und Schrammsteinen vorbei bis zum Klettereldorado dem Schrammtor und schließen so den Kreis.

Wunderbare Sonne auf dem Kuhstall. Foto: Juliane Schäfer

Die Wintermonate eignen sich hervorragend für einen Besuch: Weniger Tagestouristen, Ruhe und spektakuläre Lichtverhältnisse für deine Erinnerungsfotos, die man so im Sommer nicht hat. Die Temperaturen sind bei gutem Schuhwerk und wetterfester Kleidung ideal zum Wandern (vorsicht Matsch, Wind oder Regen, ganz selten aber Schnee). Ich kann daher eine Wanderung zum Jahresanfang nur empfehlen. Vorsichtig sein, sollte man nur bei Sturmböen an Aussichtspunkten oder Felskanten und nassem Laub oder Holzplanken (die Treppen- Abstiege und Aufstiege werden rutschiger).

Zuerst nehmen wir also die S-Bahn bis nach Bad Schandau und steigen dort in den Wanderbus Richtung Hinterhermsdorf um.

Das ganze dauert ein bisschen weniger als 1,5 Stunden Anfahrt, die Rückfahrt dauert dann nur noch 45 Minuten, weil man die restliche Strecke dann "reinläuft". Man könnte jetzt vielleicht denken, dass das zulange dauert, wenn man nur einen Tag zur Verfügung hat, aber wie gesagt, die Fahrten durch den Nationalpark sind wunderschön, man könnte auch alternativ zum Bus die historische Kirnitzschtalbahn nehmen (nimm einfach die Fähre rüber auf das nördliche Elbufer vom Bahnhof Bad Schandau aus und steige dort in die alte Berg- Straßenbahn ein bis zum Lichtenhainer Wasserfall) und dann hätte man diese Anreisezeit auch wieder schön verbracht (Der Weg ist das Ziel). Ich empfehle den ganzen Aufwand dennoch, weil der Kuhstall, das zweitgrößte Felsentor im Nationalpark, sonst einfach zeitlich schwer an einem Tag zu erreichen wäre, bzw. das dann eher zu einem "Gewaltmarsch" ausarten würde.

Wunderschöne Sandsteinformation, Foto: Niall

Wir steigen am Lichtenhainer Wasserfall aus, wo man sich auch noch ein Bier in der anliegenden Schenke gönnen darf oder einen Toilettengang. Der kleine süße Wasserfall ist definitiv ein Foto wert, dafür ist dann auch noch 10 Minuten Zeit. Dann läuft man an der Straße wieder Richtung Hinterhermsdorf und nach ein paar Metern auf der rechten Seite findet sich dann der Einstieg in den Wald Richtung Kuhstall, dem Felsentor, welche man einst, so vermutet man, als natürliche Höhle und Schutzstätte für die eigenen Kühe nutzte. Hier haben sich viele Besucher an den Wänden verewigt, die Inschriften reichen zurück bis zu den Anfängen des Tourismus in der Sächsischen Schweiz. Hier haben sich Menschen schon um 1830 mit ihrem Namen verewigt (bitte nicht nachmachen!!).

Kuhstall von nördlicher Seite aus gesehen. Foto: Juliane Schäfer

Wir verlassen die schöne Kirnitzsch und ihr Tal und erklettern den steilen Berghang bis zum Felsentor, dem Kuhstall. In den wärmeren Monaten findet man hier eine traditionelle Bergschenke (seit 1824), in die man einkehren kann. Diese ist in den Sommermonaten sehr gut besucht, die Touristen, Bergsteiger oder Tageswanderer häufen sich hier geradezu, jetzt Anfang Januar ist hier fast keine Menschenseele zu sehen - man schließt über die Wintermonate - fantastisch! Ich mache ein paar Fotos und packe mein Frühstück aus, die Sonne scheint mir so hart ins Gesicht, dass ich die Aussicht fast nicht sehen kann. Das Felsentor wird so spektakulär präsentiert - von beiden Seiten - mir fehlen die Worte.

Die Höhle von der südlichen Seite, hinter uns befindet sich die Aussicht. Foto: Juliane Schäfer

Direkt neben der Kuhstall- Aussicht gibt es eine luftige schwindelerregende enge Treppe, die Himmelstreppe, wonach man auf den Kuhstall drauf steigen kann. Das wird super eng, wir nehmen die Rucksäcke ab und steigen in luftige Höhen. Wieder genießen wir die Aussicht.

Die Himmelstreppe. Macht ihrem Namen alle Ehre. Foto: Juliane Schäfer

Wir drehen nochmal eine Runde um das Felsentor, weil ich einen Blick auf die Zyklopenmauer erhaschen möchte. Wir kommen an diesem "Felsenbalkon" vorbei. Man muss sich erst durch einen engen Tunnel zwängen und eine kleine Leiter durch den Fels nehmen, bevor man die Öffnung an der Felswand erreicht. Diese macht ihrem Namen alle Ehre. Der schwindelerregend hohe Stein hat ein großes dunkles Höhlenauge in der Mitte. Ich klettere durch den engen Eingang und fühle mich wieder wie ein Kind.

Aufstieg zur versteckten Aussicht., dem Zyklopenloch, Foto: Juliane Schäfer

Vom unteren Wanderweg aus kann man den Balkon auch sehen und nun weiss ich auch, warum die Mauer so heißt. Dieser riesige Stein ist beeindruckend. Ich frage meinen Freund Niall, ob er schnell ein Foto schießt!

Der Balkon: Das Zyklopenloch, unverhofftes szenarisches Bonbon. Foto: Niall

Dann gehen wir schließlich den Fremdenweg entlang und entfernen uns langsam von dieser Höhe hinab ins Tal. Dieser kurze Waldabschnitt ist wunderschön und erholsam.

Der Dietrichsgrund, ein breiterer Schotterweg und Teil des offiziellen Radweges im Nationalpark, bietet ein ganz anderes Bild. Hier wird forstwirtschaftlich gearbeitet, aber sehe ich auch wieder Bäume denen ein langsamer Tod bevorsteht, sie haben ihre ganze Rinde verloren, die letzten zwei Jahre der Dürre haben sie nicht gut überstanden. Der Wald ist krank hier, vielleicht auch deshalb die Harvester Spuren und das viele Todholz hier, fertig zum Weitertransport.

Dieses Bild bietet sich in letzter Zeit immer häufiger. Die Rinde der Bäume ist durch die andauernde Trockenheit abgeplatzt. Nun ist Fressenszeit für Pilze oder Borkenkäfer angesagt. Lange machen es diese Bäume nicht mehr. Aber der Nachwuchs steht schon bereit. Foto: Niall

Da fährt gleich der Förster vom Sachsenforst vorbei und winkt uns freundlich zu. Man ist sich der Probleme bewusst, bekämft den extremen Borkenkäferbefall, junge neue Bäume wachsen überall im Unterholz. Vielleicht schaffen wir es ja. Es wird schwierig in den nächsten Jahren, für den Wald und die Tiere und Flechten und Farne, aber jeder kann seinen Teil zum Naturschutz beitragen. Es reicht schon mit offenen Augen durch den Wald zu gehen, die Ruhe zu genießen und sich innerlich mit dem Wald zu verbrüdern. Rauchen sollte man bitte nun auf keinen Fall mehr im Wald. Auch wenn es überall nass aussieht. Die Wege muss man auch nicht verlassen, sonst tritt man noch auf etwas Kleines, Seltenes. Den liegengelassenen Müll anderer Nationalparkbesucher sammel ich immer auf, das befriedigt mich mehr als Shopping. Wer die Chance hat, spricht einen der netten Ranger vom Sachsenforst an, die man immer öfters spontan im Wald sieht. Diese laufen auch gern mal ein Stück mit, geben Tipps und erzählen dir etwas über die Tiere oder Pflanzen.

Foto: Juliane Schäfer

Wir wandern weiter und genießen die Strecke nördlich des großen Felsenmassives, welches die Affen- und später die Schrammsteine bildet. Hier gibt es eine spektakuläre Kletterwand nach der anderen. Man sieht den abgegriffenen gelben Sandstein, frische Bruchspuren. Hier ist das Klettern eindeutig erlaubt, eine beeindruckende Steilwand nach der anderen. Hier findet man auch vereinzelte Felsformationen im Wald liegen, manchmal kugelartige Steine. Ich stelle mir vor, wie sie erst vor Kurzem oder einst vor tausenden Jahren vom Abhang über uns runtergepurzelt sein müssen...

Auf dieser Strecke laufen wir öfters Teile vom Malerweg mit. Mir wird bewusst, warum dieser so heißt, diese romantische Gegend muss viele Generationen vor uns schon beeindruckt haben. Niall sagt, es sähe ein bisschen wie vielleicht in China aus. Ich muss ihm recht geben.

Kletterzustieg am Schrammtor. Foto: Juliane Schäfer

Wir genießen den jetzt einfach zu laufenden Weg und schlängeln uns so bis zum Schrammtor vor. Man muss nochmal in bisschen Richtung Schrammsteinaussicht laufen, um das sogenannte Tor zu erreichen. Die Schrammsteinaussicht haben wir dieses mal ausgelassen, wer mag, kann diese aber noch von nördlicher Seite aus bis zur südlichen Seite über das Schrammtor mitnehmen.

Wanderweg hoch zur Schrammsteinaussicht am Schrammtor. Foto: Juliane Schäfer

Müde aber verzaubert machen wir uns wieder auf den Weg nach Bad Schandau. Dort gönnen wir uns einen leckeren Kaffee und ein Stück Schoko- Himbeer Kuchen, selbst gebacken, im Eiscafé. Der Laden ist super voll, es ist das einzige Geschäft, dass nicht geschlossen hat jetzt Anfang Januar, obwohl noch so viele Kurortbesucher in Bad Schandau Winterurlaub machen. "Ab morgen", sagt die Ladenbesitzerin, "machen wir auch Urlaub, heute ist der letzte Öffnungstag."

Anreise

  • S- Bahn Linie 1 (S1) Richtung Schöna oder Bad Schandau (alle 30 Minuten) bis zur S-Bahnhaltestelle Bad Schandau
  • Umstieg vom Natinalparkbahnhof Bad Schandau zu der dort anliegenden Wanderbushaltestelle
  • Buslinie 451 Richtung Hinterhermsdorf vom Bahnhof Bad Schandau aus

Ab dem Neustädter Bahnhof oder dem Hauptbahnhof Dresdens startet man am besten mit einem oder mehreren Freunden (dann werden die Kosten geteilt, alle fahren billiger). Die S1 fährt im Halbstundentakt und ist somit die unkomplizierteste und umweltverträglichste Art den Nationalpark anzusteuern. Ich rate generell von der Anfahrt mit dem Auto ab. Die Zugfahrt alleine ist schon die Reise wert, denn der Zug fährt durch das spektakuläre Elbtal, welches sich vom Zug aus ab der Stadt Pirna von seiner schönsten Seite zeigt.

Die Tickets kauft man am Automaten im Bahnhof (hier VVO- Verkehrsverbund Oberelbe wählen, um an die billigen Tagestickets zu gelangen). Bitte das Stempeln oben auf dem Gleis nicht vergessen (blaue Metallkiste am Bahnsteig). Das Ticket ist dann bis 4 Uhr morgens am nächsten Tag benutzbar und kann auch für den öffentlichen Nahverkehr hinterher noch in Dresden benutzt werden (Fähren, Bus, Straßenbahn).

Tickets

  • Tageskarte 14 €
  • Familientageskarte (bis zu zwei Erwachsene und wahlweise auch zwei Kinder) 20 €
  • Gruppenkarte (3 bis 5 Personen) 29,50 €
  • Fährüberfahrt an der Elbe inklusive (des Bahntickets) der Fähre in Krippen oder Postelwitz zurück zum Bahnhof Bad Schandau

15.01.2020, 18:30 @ Jule
Kategorien: Aktivitäten · Dresden // Schlagworte: Schrammtor · Kuhstall · Felsentore Sächsisch- Boehmische Schweiz · Wandern im Nationalpark nahe Dresden · Tageswanderung sächsische Schweiz · Bad Schandau · Nationalparkbahnhof Sächsische Schweiz · Malerweg · Affensteine · Schrammsteine · Wandern in der Sächsischen Schweiz · Tagestour im Nationalpark · Nationalpark Deutschland · Kirnitzschtalbahn Bad Schandau · Kirnitzschtal · Hinterhermsdorf · Wanderbus Nationalpark · Sachsenforst · Umweltschutz